Parfum aufbewahren: was Düfte altern lässt

Licht, Wärme, Sauerstoff und Temperaturwechsel – was davon wirklich schadet, und woran sich ein gekippter Duft erkennen lässt.

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Vier Faktoren, in der Reihenfolge ihrer Schädlichkeit

  1. Temperaturschwankungen. Schädlicher als konstante Wärme. Jeder Wechsel beschleunigt chemische Reaktionen ungleichmäßig. Das Badezimmer ist deshalb der schlechteste Ort im Haus – und der, an dem die meisten Flakons stehen.
  2. Licht, besonders UV. Licht spaltet Duftmoleküle auf. Ein Flakon auf dem Fensterbrett verändert sich innerhalb von Monaten sichtbar: Die Flüssigkeit wird dunkler. Dunkles Glas hilft, ersetzt aber keinen Schrank.
  3. Sauerstoff. Bei jedem Sprühen zieht Luft nach. Ein zu einem Viertel gefüllter Flakon altert schneller als ein voller. Zitrusnoten oxidieren zuerst und werden dann muffig-scharf.
  4. Wärme allein. Konstante 25 °C sind unproblematisch, konstante 35 °C nicht.

Feuchtigkeit steht auf dieser Liste bewusst nicht weit oben: Solange der Flakon dicht ist, kommt Luftfeuchte nicht an den Inhalt. Feuchtigkeit greift die Verpackung und das Etikett an – dem Duft selbst schadet sie kaum. Das Badezimmer ist wegen der Temperaturwechsel problematisch, nicht wegen des Dampfs.

Was daraus praktisch folgt

Wie lange hält ein Parfum?

Es gibt keine allgemeingültige Zahl. Als Orientierung: ungeöffnet und kühl gelagert drei bis fünf Jahre, oft deutlich länger. Nach dem Öffnen typischerweise zwei bis drei Jahre bei ordentlicher Lagerung.

Entscheidend ist die Komposition. Grobe Regel: Je frischer und zitrischer, desto schneller. Ein Zitrus-EdT kann nach zwei Jahren kippen. Ein schwerer orientalischer Duft mit viel Harz, Amber und Moschus kann zehn Jahre überstehen und dabei sogar runder werden.

Kosmetische Mittel tragen entweder ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder – bei einer Haltbarkeit von mehr als 30 Monaten – das Symbol des geöffneten Tiegels mit einer Monatsangabe (etwa „24M“). Das ist die Angabe des Herstellers zur Verwendbarkeit nach dem Öffnen, keine Verfallsgarantie. Rechtsgrundlage ist Artikel 19 der EU-Kosmetikverordnung.

Woran Sie erkennen, dass ein Duft gekippt ist

Ein gekippter Duft ist nicht giftig, riecht aber falsch. Bei Hautreaktionen gilt allerdings, was unten steht.

Quellen